17. April – Tag der Gefangenen

Heute möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass der 17. April seit 1974 der  Gedenktag für die in israelischer Haft gefangenen Araber und Palästinenser ist.  Der verstorbene PLO-Chef Yassir Arafat baute 1998 das Ministerium für Gefangene auf, um die Rolle der Inhaftierten zu würdigen, sowie die Häftlinge und deren Familien juristisch, sozial und materiell zu unterstützen. Wenn man sich die Zahl derer ansieht, die derzeit in 17 israelischen Gefängnissen gefangen gehalten werden, kann ich mir gut vorstellen, dass dies für das Gefangenen-Ministerium keine leichte Aufgabe sein kann.

Aktuelle Zahlen des palästinensischen Ministeriums für Gefangene:         (Stand: April 2011)

über 6.000 palästinensische Häftlinge, darunter

245 Kinder,

37 Frauen,

12 Abgeordnete und mehrere politische Führer.

815 Männer und fünf Frauen wurden zu mehrfach lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt,

136 Palästinenser sind seit mehr als 20 Jahren, 4 Personen seit mehr als 30 Jahren inhaftiert.

Prisoners Day 17. April 2010

Nicht nur, dass diese „einzige Demokratie“ im Nahen Osten arabische/palästinensische  Menschen in Nacht-und-Nebel-Aktionen aus ihren Häusern/Unterkünften entführt, einkerkert und dann wochen- und monatelang auf einen „Prozess“ (der diesen Namen gar nicht verdient, da ja von vornherein das „Urteil“ schuldig schon feststeht) warten lässt, nein – die gefangengenommenen werden auch brutalst gefoltert und ihnen wird jede ärztliche Hilfe versagt.

Rund 1.500 schwer erkrankte Palästinenser benötigen dringend medizinische Versorgung, die ihnen im Gefängnis nicht gewährt wird.

Inhaftierte Palästinenser aus dem Gaza-Streifen haben seit Mitte 2007 keinen familiären Besuch erhalten.

Den Originalartikel können Sie hier nachlesen: Tag der Gefangenen

Aus hochaktuellem Anlass möchte ich dazu jedoch noch etwas Anderes  zu bedenken geben …

Mir fiel da gerade wieder die Spenden-Aktion des „Red Nose Day“ ein … aktuell soll diese speziell den Erdbebenopfern in Japan zugutekommen … einerseits fraglos begrüßenswert, bedenkt man, was insbesondere die Kinder dort jetzt mitmachen müssen. Andererseits aber auch ein beredtes Beispiel für ein oberflächliches, effektheischendes Mitgefühl und eine verlogene Hilfsbereitschaft, wie sie für unsere westliche, also „christlich-jüdisch-abendländische“ Wertegemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes absolut typisch ist.

Es ist ja nicht so, dass ich den Menschen, speziell den Kindern in Japan diese Hilfe nicht gönnen würde, im Gegenteil. Aber wer bitte schön kümmert sich um die Kinder, die Menschen in Palästina? (Das gilt ebenso für die Zivilbevölkerung in anderen Ländern, die von oben genannter Wertegemeinschaft heimgesucht werden!)

Ist deren Leid nicht genauso – wenn nicht schwerwiegender, da schon über Jahrzehnte anhaltend – schlimm? Sind deren Kinder „weniger wert“?

Oder meint „man“ vielleicht, dass diese Menschen sich zwischenzeitlich daran „gewöhnt“ haben und ihre Not deshalb nicht mit jener zu vergleichen wäre, die durch Naturkatastrophen und menschliche Arroganz und Profitgier/menschliches Versagen verursacht wurden? – Ich sehe das anders …

Man kann sich auch nach Jahren und Jahrzehnten nicht an unmenschliche Unterdrückung gewöhnen. Der Verlust von Freiheit und Würde, auch durch Hunger und Durst, der ebenfalls die Kinder am schlimmsten betrifft – vor allem aber an die Angst, die tagtägliche Willkür und Gewalt auslösen, kann man sich niemals „gewöhnen“. Gerade diese reelle Bedrohung und ihre unbestreitbaren Folgen sind für die Menschen in Palästina/Gaza jeden Tag und jede Nacht allgegenwärtig.

 Denken Sie also bitte endlich einmal auch an diese Menschen!

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Eine Antwort zu 17. April – Tag der Gefangenen

  1. janbln schreibt:

    Liebe Josephine1001,

    ich finde es sehr gut das Du an diese Gechehnisse gedacht hast. Ja es ist wirklich eine Schande, das nicht eine dieser verlogenen Propaganda – Institute wie Rundfunk,Fernsehen oder Druckerzeugnisse auch nur ein Wörtchen verlieren. Das sind wir ja auch gewöhnt – Leider.
    Zu den Spenden ist nicht viel zu sage. Die werden immer bei solch „schönen“ Ereignisse angeleiert. Mit Hilfe für Menschen hat das schon lange nichts mehr zu tun. Das haben wir doch erst in Haiti gesehen. Es ist ein GESCHÄFTSMODELL geworden. Ein sehr lukratives. Wer die Bildungseinrichtungen dafür leitet dürfte ja bekannt sein.
    So – das wär’s dann für heute.

    Die herzlichsten Grüße von Jan und dat Bärche – die Höhlenwohngemeinschaft.

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