Das Prestige-Projekt „Stuttgart 21“ und die maroden Bahnhöfe

Gleich zu Beginn möchte ich feststellen, dass ich diese Zeilen nicht schreibe, um den tragischen Tod der 15-jährigen Caroline P.  „auszuschlachten“. Was ich versuchen möchte ist, meine Gedanken zu Stuttgart 21, überflüssige Bahnbrücken etc. und der Notwendigkeit der Sanierung bestehender Bahnhöfe „zu sortieren“ – und ich hoffe, dass Ihr – liebe LeserInnen mir dabei vielleicht behilflich sein könnt …

Stuttgart 21 ist ein Projekt, das bei der Mehrheit der Stuttgarter Bevölkerung ungefähr so beliebt ist, wie ein Kropf. Die anhaltenden Montag-Demos sind ein eindeutiges Zeichen dafür, genauso wie die Tatsache, dass es nicht weniger Menschen werden, die sich – trotz widriger Wetterverhältnisse – nicht davon abbringen lassen, daran teilzunehmen und so ihren Unmut gegen die Willkür der „herrschenden Landesprominenz“ zum Ausdruck bringen.  Aber wie wir es in unserer „Bananenrepublik“ schon nicht mehr anders erwarten können und dürfen, ist der Wille des Volkes als angeblicher „Souverän“ nur eine Bezeichnung für ein Volk unter Fremdherrschaft, die auf Papier geschrieben steht – und das ist bekanntlich geduldig – für die angebliche „Elite“ dieses Landes aber völlig nebensächlich, nicht zu beachten. Man lässt sich doch von einem entrechteten Volk nicht vorschreiben, wie „man“ seine Taschen noch besser füllen kann, wo käme man denn da hin …?

Warum also soll dieser Bahnhof eigentlich gebaut werden? Wie Gutachten bezeugen, bringt er außer ein paar Minuten „Zeitersparnis“ keine weiteren Vorteile. Im Gegenteil … man muss sagen, dass er außer enormen Kosten nichts bringt als die Zerstörung der Umwelt (Schlossgarten) und unter anderem, die Gefährdung der Mineralquellen.

Was in diesen Gutachten allerdings nicht steht ist, dass „gewisse Herrschaften“ nicht nur die, die am Bau beteiligt sind, sondern vor allem die „Immobilien-Heuschrecken“ ihren Schnitt machen wollen. Die Schloss-Allee ist diesen Herrschaften doch schon lange ein Dorn im Auge – könnte man doch so „schöne“ Betonburgen darauf bauen, aus denen man dann noch viel mehr Geld heraus holen könnte. Entweder vergessen diese Leute immer wieder, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, oder sie sind schon so abgehoben, dass sie sich wirklich für „unsterblich“ halten. Der Profit geht einigen Menschen eben immer wieder vor jeder Vernunft und den Willen aller anderer. Man muss nur genug Euros haben, um sich die „richtigen Leute“ zu Willen zu machen. In den 90er Jahren nannte man diese Art „Geschäftsfreunde“ auch die Amigos … (nicht mit den gleichnamigen Sängern identisch  🙂 ) Um aber unnütze Bauvorhaben auch durchsetzen und „unnötige“ Kosten sparen zu können, wird der Rotstift – wie könnte es auch anders sein – bei der Sicherheit angesetzt. Um diese Feststellung zu untermauern, habe ich Ihnen nachfolgende Videos anzubieten …

Report München; Bahn, Tunnel und Stuttgart 21

ab ca. vier Minuten 45 zeigt dieser Bericht eindeutig auf, dass „die Bahn“ immer wieder Wege findet, wie sie sich den Sicherheitsbestimmungen entziehen und somit Millionen an Euros „einsparen“ kann. Das Leben der Fahrgäste spielt dabei keine Rolle. Die sind nur dafür gut, die Ausgaben wieder „einzufahren“.)

Milliardengrab Stuttgart 21 (Frontal 21 vom 2.03.2010)

absolute Pflicht sich dieses Video anzusehen!

Egon Hopfenzitz leitete 14 Jahre lang einen der pünktlichsten Hauptbahnhöfe Deutschlands – den in Stuttgart. Er nennt gleich zu Beginn des Videos „das Kind beim Namen“, welche „Vorteile“ Stuttgart 21 seiner Meinung nach bringen wird … Ein weiteres Thema wird von dem Reporter  angesprochen. Zitat daraus: […] Aus einem internen Bericht des Bundesverkehrsministeriums handelt es sich bei Stuttgart 21 vorrangig um ein städtebauliches Projekt […] Hier wird wieder einmal ganz deutlich aufgezeigt, dass es diesen „Herren“ absolut egal zu sein scheint (ab 3:30), dass sie nicht nur den Stuttgartern mit diesem Bau enorme Schulden aufhalsen, sondern allen Bundesbürgern. Oder ist es ihnen schlichtweg einfach nur scheißegal? Laut Grube […] wir haben 4,088 Milliarden jetzt veranschlagt für die Kosten, der Gesamtrahmen sind 4,526 und ich werde alles machen, dass wir in diesem Rahmen bleiben […] was im Endeffekt bedeutet, dass an so „unwichtigen Dingen“ wie der Sicherheit gespart werden wird … Die Kosten der Fahrgäste steigen immer weiter, der Service wird immer schlechter, aber was interessieren solche Nebensächlichkeiten schon einen „Herrn“ Grube und Konsorten …

Frontal 21 – Die Bahn im Größenwahn

Hierzu spare ich mir viele Worte, denn wer zuhören und rechnen kann, wird schnell merken, dass auch hier wieder Steuergelder sinnlos zum Fenster rausgeschmissen wurden. Nur noch so viel … für sinn- und nutzlose Bauprojekte die vielleicht in 20 Jahren einmal genutzt werden könnten, (nachdem man sie erst einmal für weitere Milliarden  an Kosten wieder sanieren musste),  hat die Bahn also Geld – für die Sanierung maroder Bahnhöfe aber anscheinend nicht … denn

Lebensgefahr – Todesfalle Bahnhof?

auf diesem „Schrottbahnhof“ musste die 15-jährige Caroline den Größenwahn der Verantwortlichen von Bund, Land BaWü und Bahn, mit ihrem jungen Leben bezahlen. Die Dt. Bahn AG war seit Jahren über den Verfall und der Notwendigkeit einer Sanierung bzw. Umbaus dieses Bahnhofes informiert. Den Angehörigen gehört mein tiefstes Mitgefühl.

Kosten von Stuttgart 21 (1 von 5) Kosten von Stuttgart 21 (2 von 5) Kosten von Stuttgart 21 (3 von 5) Kosten von Stuttgart 21 (4 von 5) Kosten von Stuttgart 21 (5 von 5)

Zu diesen Videos brauche ich auch nicht viel zu schreiben, da  hier die Kostenexplosion des Projektes ganz klar verständlich erklärt wird. Wer es dann aber immer noch nicht begreift, ist entweder im Bahnvorstand, oder Politiker …

Fazit: Stuttgart 21 ist und bleibt ein Bauvorhaben, das den „Kunden“ der Dt. Bahn AG nicht wirklich Erleichterung oder mehr Bequemlichkeit  bringen wird. Im Gegenteil: Die Kostenexplosion wird dazu führen, dass die Preise weiter steigen, die Fahrgäste werden bewusst in Lebensgefahr gebracht, da man an der Sicherheit durch leicht durchschaubare Tricks spart, es werden Gleise stillgelegt, was wieder zu Engpässen und noch mehr Verspätungen führen wird … Das ist der „Fortschritt“ der Dt. Bahn AG, die – Koste es was es wolle – an die Börse will … Willkommen im 19. Jahrhundert 😎

Zum Abschluss möchte ich Ihnen aber nun noch ein altes Lied von Willy Reichert zu Gehör bringen, das wir als Kinder schon immer gern gesungen haben …

http://www.youtube.com/watch?v=dlVZcaM8nPo&feature=related

Der Situation angepasst hat es Rainer Weigt. Diesen neuen Text, finden Sie auf der Seite meines lieben Freundes und Kollegen Moltaweto vom AmSeL Gedanken 🙂

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2 Antworten zu Das Prestige-Projekt „Stuttgart 21“ und die maroden Bahnhöfe

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