Mein „Aufreger“ des Tages

Poker um Hartz-IV-Erhöhung: Stimmentzug für die Blockierer

Erst verschleppt die verantwortliche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die vom Verfassungsgericht aufgedrückte Neuberechnung von Hartz IV tatenlos bis ans Jahresende. Ergebnis: Kein Ergebnis, weil die anderen Parteien, wie vorherzusehen, im Bundesrat Einspruch erheben. Jetzt müssen die Hartz-IV-Empfänger samt ihren Kindern auf die ohnehin mikrokleine Aufbesserung warten. Die sieben Kinder der früheren Familienministerin von der Leyen leiden natürlich nicht darunter. So schlecht werden Bundesminister nicht bezahlt. (*)

Wer sich schon länger mit der arbeitsverweigernden „Arbeit“ unserer Ministerien beschäftigt, dürfte sich darüber eigentlich nicht mehr aufregen. Warum also tu ich es? Das ist schnell erklärt:

a)     War es nicht anders zu erwarten (wie oben schon beschrieben)

b)      Liest sich dieser Artikel, als ob alle Hartz-IV-Empfänger (als Arbeit suchend Gemeldeten!) zu dämlich wären, und nicht begreifen würden, dass diese angebliche Erhöhung des Bezuges von sage und schreibe FÜNF EURO der größte Betrug am Volk seit Einführung von Hartz-IV wäre. (= zum besseren Verständnis: Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe / SGB II und Sozialhilfe / SGB XII)

c)    Tritt mit dieser doch gar so schwer erkämpften „Erhöhung“ gleichzeitig das Gesetz in Kraft, dass das Wohngeld ebenso wie der Rentenbeitrag komplett und ersatzlos gestrichen und Heizkosten-Zuschüsse verringert werden. Wo, so frage ich Sie, ist dann bitte die „Erhöhung“ des Bezuges der Leistung geblieben?

Dieser ganze scheinheilige „Kampf“ quer durch alle Parteien ist nichts anderes, als das Werfen von Nebelkerzen, das dem dummen Volk suggerieren soll: schaut her, wie sehr wir uns doch bemühen, damit es euch Faulpelzen gut geht! Und das dumme Volk ist natürlich sofort hellauf begeistert, was bei den Einen einen Sturm der Entrüstung auslöst – weil ja die faulen Hartzer schon wieder so viel mehr bekommen, als doch der arme Arbeiter mit seiner  schwere Arbeit verdient (wobei die Mäkler sich vielleicht mal schlau machen sollten, was es tatsächlich mit dem so gerne ins Feld geführten „Lohnabstandsgebot“ auf sich hat; mit ALG II hat es jedenfalls herzlich wenig zu tun!) – die andere Seite regt sich darüber auf, dass es viel zu wenig sei – übrigens bin ich ebenfalls dieser Meinung! Steinigt mich meinetwegen dafür, aber – falls Ihr es noch nicht selbst begriffen habt, die Lebenshaltungskosten sind  auch gestiegen. Und die, die davon wirklich betroffen sind und auch kapiert haben, was da auf sie zukommt, beginnen schon verzweifelnd mit dem Rechnen … wenn überhaupt, wo kann man noch etwas „einsparen“? Halten wohl die Schuhe von Lutz diesen Winter noch – und Erna, der Mantel vom letzten Jahr? Kann man da vielleicht noch ein paar Zentimeter an den Ärmeln verlängern? Hoffentlich hält die Waschmaschine noch ein paar Jahre durch – ist zwar erst 15 Jahre und das Trommellager klappert schon gewaltig, aber vielleicht bekommt Papa nach 10 Jahren Arbeitslosigkeit doch noch einen gut bezahlten Job…? Auch eine Münze hat nicht nur zwei Seiten, sondern drei …

Ich hör schon die empörten Aufschreie der Noch-Arbeitnehmer: … wir müssen diese Teuerungen auch bezahlen und bekommen auch nicht mehr Lohn! … Aber seien wir doch einmal ehrlich … wessen Schuld ist es denn, dass Arbeitnehmer nicht mehr Lohn bekommen? Die der ALG II und Hartz IV-Bezieher? Nein, ganz sicher nicht. Seht Euch Eure Arbeitgeber an, die auf Eure Kosten immer mehr Profit machen, schaut nach Berlin wo die Volksruinierer sich in ihre fetten Fäuste lachen, schaut auch auf die Banken und die Wirtschaftsgrößen. Auch Eure Gewerkschaften setzen sich nicht für Eure Interessen ein, sondern sind darauf bedacht, bei den großen Bossen nur ja nicht in Ungnade zu fallen. Wer weiß denn schon, wann man diese nicht mal selber „brauchen“ kann. Die sind das wahre Übel in Deutschland, die die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher machen, indem sie dafür Sorge tragen, dass sie von Steuern jeglicher Art auch ja nicht zu  viel bezahlen müssen. Wofür gibt es denn das dumme „Wahlvieh“ dem im Endeffekt doch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt.

Hier eine kleine Auswahl über den Anstieg der Lebenshaltungskosten der letzten Jahre. Da diese als „Links“ gepostet sind, können Sie die jeweils gesamte Statistik dort selbst nachlesen.

Anstieg der Lebenshaltungskosten im Jahr 2007 im Durchschnitt bei 2,2 Prozent gegenüber 2006

[…] Der Anstieg der Verbraucherpreise fokussierte sich aber im Wesentlichen im zweiten Halbjahr, verstärkt in den Monaten November und Dezember 2007, so dass sich der relativ moderate Anstieg von 2,2 Prozent nur bei Betrachtung über das Gesamtjahr ergibt. […]

Verbraucherpreisindex steigt 2008 um 2,6%

[…] Für die Verwendung im Rahmen der EU wird der so genannte „harmonisierte Verbraucherpreisindex“ berechnet. Er steigt für Deutschland im Jahresdurchschnitt 2008 um 2,8% im Vergleich zu 2007. Für den Dezember 2008 liegt er im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1% höher, im Vergleich zum November 2008 stieg er um 0,4%. […]

Verbraucherpreise 2009: + 0,4% gegenüber dem Vorjahr Inflationsrate steigt zum Jahresende wieder an

[…] Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland ist im Jahresvergleich 2009 gegenüber 2008 um 0,2% gestiegen. Das ist die niedrigste Jahresteuerungsrate, die bisher für den HVPI für Deutschland ermittelt wurde (berechnet seit 1996). Im Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008 erhöhte sich der HVPI um 0,8%, im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,9%. […]

Verbraucherpreise 2010: + 1,1% gegenüber dem Vorjahr 2009

[…] Der Verbraucherpreisindex für Deutschland ist im Jahresdurchschnitt 2010 gegenüber 2009 um 1,1% gestiegen. Nahrungsmittel verteuerten sich 2010 gegenüber 2009 um 1,6%. Der Preisanstieg wurde für die Konsumenten vor allem bei Speisefetten und –ölen (+ 8,7%; hier insbesondere Butter: + 23,7%), Gemüse (+ 6,3%) und Obst (+ 5,2%) sowie bei Fisch und Fischwaren (+ 3,6%) spürbar. […]

Hier noch eine „großartige“ Feststellung der Bundesregierung zum Thema:

Regierung: Ärmere Kinder sind weniger gesund

Ärmere Kinder haben schlechtere Chancen auf ein gesundes Leben. Zu diesem Schluss kommt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/4332) auf eine Große Anfrage der Fraktion Die Linke (17/2218). Die Regierung führt unter anderem aus, dass zwar 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen nach eigenen Angaben beziehungsweise nach Angaben ihrer Eltern einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand haben. Nach dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey sei aber die Chance eines Kindes aus sozial schwachen Verhältnissen, einen guten Gesundheitszustand zu haben, um die Hälfte geringer als die eines Kindes aus gut situierten Verhältnissen.

”Da sozial schwache Familien häufig in benachteiligten Wohnquartieren leben, kann auf einen gewissen Zusammenhang geschlossen werden“, heißt es weiter. Hohe Verkehrsbelastung, fehlende Infrastruktur für Bewegung und Sport, wenig Grünflächen und wenig ausgeprägtes nachbarschaftliches Zusammenleben führten“ zu einer Verschlechterung des physischen und psychischen Gesundheitszustands. ”Das Aufwachsen in sozial benachteiligter Situation vermindert somit die Chancen auf ein gesundes Leben“, betont die Regierung. Gerade in den Bereichen psychosoziale Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen träten sozial bedingte Unterschiede auf. […]

Mein Gott – wie lange haben die gebraucht diese Zusammenhänge zu begreifen! Hätten doch nur die „Leistungs- Regelsatzbezieher fragen müssen. Aber das war denen wohl „zu billig“, dafür muss man wieder Steuergelder verschwenden. Ich stelle mir immer wieder dieselben Fragen:

Wann beginnen diese unfähigen Hosen- und Anzugträger der abgehobenen Leistungsbezieher-Klasse endlich bei sich selbst zu sparen? Wann hören die endlich auf, deutsche Steuergelder in ein Fass ohne Boden –auch EU und –Staatengemeinschaft und Banken-Rettungsschirm genannt – zu stopfen?

Denkt doch bitte einmal selbst nach und stellt Euch die Frage, wem es wohl den meisten Nutzen bringt, die Bevölkerung Deutschlands gegeneinander aufzuhetzen…? Ihr findet bestimmt die richtige Antwort, wenn Ihr Euch die Gesetzesänderungen z. B. Überwachung, Aufhebung des Brief- und Post-Geheimnisses, biometrischer „PERSONAL“-Ausweis, etc. betreffend anseht …

Zum Schluss noch ein paar sehr gut auf die gesamte Geschäftsführung der Bundesfinanz GmbH zutreffende Lieder …

Die Bandbreite: Was ist los in diesem Land?

… eine Frage, die sich jeder denkfähige Mensch – nicht nur in der „BRD“ – stellen sollte, denn nicht nur bei uns geht es mit der Solidarität der Bevölkerung immer mehr den Bach runter. Vor einigen Jahren war man noch stolz darauf „Deutsche/r“ zu sein. Worauf aber kann man heute in Deutschland noch stolz sein? Auf korrupte Politiker? Verlogene Mainstream-Medien? Den Zerfall der Solidarität? Den Abbau der sozialen Netzwerke? (Anmerkung: Damit sind nicht Facebook & Co. gemeint!)

Doktor Schäuble (Musik:die bandbreite)

Wenn wir nicht bald selbst dafür Sorge tragen dass dieser Sturz in den Abgrund gestoppt wird, werden wahrscheinlich nur wenige den Aufprall überleben – und wir werden nicht unter den Überlebenden sein!

Also – noch eine schöne Rest-Zeit in Deutsch-Absurdistan …

(*) den gesamten Artikel können Sie hier nachlesen

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4 Antworten zu Mein „Aufreger“ des Tages

  1. Pingback: Bestandsaufnahme Spezial 20.01.11 – an Leseempfehlungen geknüpft « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft

  2. Pingback: Meine Meinung – Träumt Ihr noch, oder riecht ihr es schon? « Adalberts Meckerecke

  3. hans-im-glueck schreibt:

    Vielen Dank an die Autorin; eine sehr schöne Analyse, die nicht an der Oberfläche bleibt.

    „Teile und Herrsche“, „Brot und Spiele“, „Zuckerbrot und Peitsche“ – das Arsenal der Herrschenden ist seit Jahrtausenden unverändert.
    Nun wird es langsam Zeit, dass die Menschenmassen ihre erhaltene Bildung auch dahingehend umsetzen, dass diese Mechanismen durchschaut werden, und jede/r konsequent das Gegenteil von dem umsetzt, zu was sie von den M-Medien getrieben werden.

    Wird Hass gesät zwischen rechts und links, zwischen alt und jung, zwischen arm und reich, zwischen arm und ganz arm, zwischen Christ und Moslem etc., dann sollten wir darauf mit einer konsequenten Freundschaft und Toleranz gegenüber allen anderen Menschen reagieren.
    Denn jedes Mensch ist individuell verschieden, und der Unterschiede sind meist sehr sehr viele.
    Aber die wenigen Gemeinsamkeiten („Aber das Blut ist immer rot“) sollten ausreichen, um zu begreifen, dass wir alle letztendlich gleich sind, und zu einem grossen Ganzen gehören.

    Damit wäre schon sehr viel gewonnen. Denn den grössten Teil ihrer Macht beziehen die Herrschenden daraus, dass es ihnen immer wieder gelingt, uns zu spalten, zu teilen, uns die egoistischen Gedanken in den Vordergrund stellen zu lassen.

    Wie sagte der Weise:
    „Es gibt keine Feinde.
    Und Du hast keine Freunde.
    Jeder Mensch ist Dein Lehrer.“

  4. Innominate schreibt:

    Dem Schreiben plus Kommentar – sehr treffend ausgedrückt.
    Das Volk aufhetzen und in der Gesellschafts-Arena die Opfer präsentieren (Hartzler) oder anders benannt, den einen Teil gegen den anderen Teil aufwickeln oder als Schuldigen hinschieben, lenkt vom eigentlichen Treiben ab und sorgt für Vergessen, dass sie tatsächlich in einem Boot sitzen.
    Wer meint, auf seinem „Stuhl“ sicher zu sein, kann morgen ebenso im Graben landen! Es wird nach unten manövriert und dies ohne Frage nach Verlust und Geopferten. Warum? Weshalb? Wofür?
    Die Dummheit ist grenzenlos und erfasst alle Etagen! Nur, die obere Abteilung vergißt dabei, dass sie eigentliche Intelligenz ebenso aussortiert; d.h. sie sägen in ihrer Gier am eigenen Ast.

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