Stuttgart 21 – EU-Kommission mischt sich ein

Eigentlich wollte ich über Stuttgart 21 nichts mehr schreiben, aber ich komme nicht darum herum. Wie ich schon in meinen Artikeln vom 04.10. und 07.10. berichtet habe und auch auf die Seiten von Moltaweto aufmerksam machte, gibt es vielerlei Gründe, weshalb vernünftig denkende Menschen diesen Tunnelbau „ad acta“ legen sollten.

Ich wiederhole mich ungern, aber hier muss es einfach noch einmal ganz klar und deutlich gesagt werden: Dieser Tunnel wird eine Zeitbombe sein, eine Gefahr für Mensch und Umland!

Dass sich nun lt. – stern.de – die EU-Kommission auch noch in diese Auseinandersetzung – natürlich zugunsten der Befürworter – einmischt, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher. Natürlich wird auch von dieser Seite ignoriert, dass die Gutachten zu dem Bau des Tunnels nichts „Gutes“ prophezeien, sondern im Gegenteil die schlimmsten Befürchtungen dokumentieren.

Zitat:

[…] „Die Kommission legt allergrößten Wert darauf, dass sie gebaut wird„, sagte Verkehrskommissar Siim Kallas der „Rheinischen Post“. Stuttgart 21 bildet ein Kernstück dieser Magistrale„, betonte der Vizepräsident der Kommission. […]

Manchmal frage ich mich wirklich, ob bei Politikern, Managern und sonstigen „Entscheidungsgewaltigen“, wenn es darum geht sich irgendwie zu „profilieren“, vielleicht ein Kippschalter im Kopf ist, der sich automatisch umlegt, wenn es darum geht, weiter als nur bis zu ihrem Tellerrand zu denken, sondern geradewegs auf die nächste Katastrophe zusteuern.

Hier nur ein paar Beispiele:

Der Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln ist bei weitem kein Einzelfall. Rund um den Globus brechen immer wieder U-Bahn-Schächte, Straßen oder Kirchen ein.

Einsturz des Kölner Stadtarchivs ->    […] Die eigentliche Ursache für den Archiv-Einsturz ist noch unbekannt, ein Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau gilt aber als sicher.[…]

kasta.de […] Die Ermittler konzentrieren sich bei der Untersuchung des Unglücks dem Münchner Magazin „Focus“ zufolge auf zwei mögliche Ursachen. Demnach wird vermutet, dass die ein Meter dicke Schlitzwand aus Beton wegbrach, die das Grundwasser von der Baugrube abhalten sollte. „Möglicherweise ist die Wand fehlerhaft montiert worden und hat dem Druck nachgegeben oder ist schlicht eingedrückt worden„, sagte ein Beamter dem Magazin. […]

Straßen-Krater: Münchnerin versinkt im Erdboden ->   […] Im September 1994 war am Truderinger Bahnhof ein Linienbus in dem Loch versunken. Drei Menschen starben, mehr als 30 wurden teils schwer verletzt. Der Krater war durch Bauarbeiten an einer U-Bahn-Linie entstanden. […]   Buslinie 192:   Selbst Großstädte sind vor großen Kratern nicht gefeit. Im September 1994 stürzte in Trudering, das zum unmittelbaren Einzugsgebiet von München gehört, ein Bus der Linie 192 in einen Straßenkrater.

Direkt vor der Katastrophe hatte ein U-Bahn-Bauarbeiter laut „Süddeutsche“ den Busfahrer angebrüllt: „Fahren sie weg.“ Herbert G. habe darauf geantwortet: „Es ist rot.“ Der Bauarbeiter: „Egal, hier bricht gleich alles ein.“ Der Busfahrer habe danach noch die Leitstelle benachrichtigt und sei dann angefahren. Es war zu spät.

Das Loch tat sich mit einem Schlag auf. In Panik öffnete Herbert G. die Türen, um die Passagiere aussteigen zu lassen. Als er gerade in die Mitte seines Fahrzeuges lief, fiel der Bus in den Krater. Drei Menschen starben in den hereinströmenden Wassermassen.

GMX Portal ->  Einstürzende Straßen und Gebäude […] Bei Arbeiten an einem U-Bahn-Schacht tat sich im Januar 2007 mitten in der brasilianischen Stadt São Paulo ein großer Krater mit einem Durchmesser von 80 und einer Tiefe von 30 Metern auf. […] Loch in der Straße ->   In der ost-chinesischen Stadt Hangzhou war im November 2008 gerade ein U-Bahn-Schacht im Bau, als das Unglaubliche passierte: Der Schacht brach auf einer Länge von 75 Metern ein und hinterließ ein 50 Meter breites Loch quer unter einer gut befahrenen Straße. […]

News.de ->   […]   29. September 2004: Mitten in der Nacht kippt in Köln der rund 40 Meter hohe Turm der katholischen Kirche St. Johann Baptist wegen U-Bahn-Bauarbeiten um einen Meter zur Seite. Zwischen Turm und Kirchenschiff tut sich ein Riss auf. In etwa 6,50 Meter Tiefe unter der Kirche war in den vorangegangenen Tagen ein Versorgungsschacht für den späteren Bau des U-Bahn-Tunnels vorgetrieben worden. Die Stelle ist nicht weit von der Unglücksstelle des Stadtarchivs entfernt. Ein Jahr später wird der Turm in einer spektakulären Aktion mit Hilfe von vier Hydraulikpressen wieder gerade gerückt.

Wenn der Baugrund versagt […] Viele Einstürze gehen auf das Versagen des Baugrunds zurück […]

Diese Auflistung könnte noch endlos fortgesetzt werden, aber ich denke, dass dies als „Denkanstoß“ reichen sollte … So wie in den hier aufgezeigten Katastrophen, ist auch der Baugrund in Stuttgart enorm „instabil“ und wegen der verschieden geologischen Strukturen, nur sehr schwer berechenbar. Aber diese Tatsache wird von den „Befürwortern“ nur allzugerne ignoriert und unter den Tisch fallen gelassen. Wie bei den aufgezeigten Unglücksfällen, gilt anscheinend auch in Stuttgart der Ausspruch: Augen zu – und durch. Wird schon „schief gehen“…

Es kann uns niemand vor so ignoranten, sturschädeligen Alles-Besserwissern schützen. Das müssen wir schon selber in die Hand nehmen, indem wir die „da oben“ aus ihren „Wolkenkuckucksheimen“ wieder auf den Boden der Realität zurückholen, indem wir ihnen bei der nächsten – egal welcher auch immer – Gelegenheit zeigen, wer in diesem Land – lt. Grundgesetz – das Sagen hat: Das VOLK – und das sind wir, die Wähler. Also, denken Sie daran … ich werde es auf keinen Fall vergessen … und handeln Sie auch entsprechend!

*****

Was nun den „vielgerühmten Schlichter“ Heiner Geißler betrifft, möchte ich gar nicht viele Worte machen, sondern nur auf die Seite meines Freundes und Kollegen der „schreibenden Zunft“, Adalbert Naumann und seinen Artikel  – Meine Meinung: Eingeschränkte Wahrnehmung II – Warum Spaltung so erfolgreich wirktStuttgart 21 – Volkswille versus Wahlpropaganda und Macht-/Profitstreben – hinweisen, dessen Ausführungen ich mich uneingeschränkt anschließen kann und muss! Ebenfalls sehr empfehlenswert der Beitrag – Externe Info – Clustervision-Audiobeitrag zu Protestbewegungen (Neu!) von Moltaweto.

Diesbezüglich möchte ich noch darum bitten, auch den „Verlinkungen“ folge zu leisten, da auch diese sehr interessante und detaillierte Informationen zur Verfügung stellen!

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3 Antworten zu Stuttgart 21 – EU-Kommission mischt sich ein

  1. ebook leser schreibt:

    Jetzt schaltet sich auch schon die EU ein und sagt angeblich, dass das Projekt unverzichtbar ist. Ministerpräsident Stefan Mappus nannte die Auseinandersetzung um das Bauprojekt vor ein paar Tagen einen Richtungsentscheid für Deutschland. Trotz Vermittler und ähnliche Zeitgewinnaktionen frage ich mich immer noch. Wenn das Volk der oberste Souverän ist, warum machen die nicht einfach eine Abstimmung des Volkes und akzeptieren dann diese Entscheidung?

  2. Adalbert Naumann schreibt:

    Hallo liebe Josephine,

    wieder einmal ein sehr guter und mit wichtigen Informationen deutliche Worte sprechender Artikel. Aber unter uns „Skeptikern“ … es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis sich die EU-Technokraten einmischen und die doch arg in Schieflage geratene Phalanx der „bundesdeutschen“ Befürworter zu stützen versuchen würden. Das liegt maßgeblich an der gerne ignorierten, aber nichtsdestotrotz gravierenden Tatsache, dass dieses Projekt niemals ein „rein deutsches“ gewesen ist, sondern vor allem internationale Immobilienspekulanten angelockt hat.

    Aber dazu ist ja von Dir und in den verlinkten Beiträgen (bei dieser Gelegenheit auch ein artiges Dankeschön für die Verlinkung meiner Wenigkeit 😉 ) schon einiges berichtet worden. Wohin das, noch dazu unter der „Schlichtungsleitung“ eines spät berufenen „Globalisierungskritikers“ wie Heiner Geißler, noch führen wird, werden wir in nicht allzu ferner Zukunft bewundern dürfen. Bis dahin werde ich mich (wahrscheinlich) in Schweigen hüllen, was dieses Projekt und die „Schlacht der Argumente“ betrifft, aber alles aufmerksam verfolgen.

    In diesem Sinn, nochmals danke für den interessanten Artikel und Dir und Deinen Leser/innen ein „möglichst angenehmes“ Wochenende.

    Herzliche Grüße
    Adalbert

  3. Margitta schreibt:

    Hallo Josephine,

    danke für diesen sehr guten und mit Herzblut geschriebenen Artikel.
    Beim Lesen entstand vor meinem inneren Auge ein Filmchen: S21 ist fertiggestellt und alle die an entscheidender Stelle daran verantwortlich zeichnen, genießen die Jungfernfahrt. Während sie sich zuprosten, tut sich die Erde auf und verschlingt sie. Die Unfallstelle ist danach mit einem großen weißen Tuch abgedeckt, auf dem steht: „Wer nicht hören will, muss fühlen“.

    Liebe Grüße
    Margitta

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