Stuttgart 21 – der unterschlagene Widerstand und jede Menge Desinformation

Es ist immer wieder erbaulich, wenn Politiker und deren Schergen der Lüge und Manipulation, der Verdrehung von Wahrheit und Unterdrückung von Tatsachen überführt werden können und dies dann auch noch durch die sonst dem Mainstream unterliegenden folgenden Medien, erfolgt.

Bekamen wir doch in den letzten Tagen von S 21 befürwortenden Politikern und deren Lakaien ständig gepredigt, dass der Widerstand gegen S 21 erst jetzt – mit dem Beginn der geplanten  und teilweise auch schon erfolgten Rodung der über Hundert Jahre alten Bäume – begonnen habe. Tatsache aber ist, dass die Bevölkerung Stuttgarts schon seit Beginn der Planung gegen diesen Neu-/Umbau des Bahnhofes Maßnahmen ergriffen hatte, um eben genau diesen zu verhindern.

Wie der Stern heute berichtet, wurde 1997 gegen den Einspruch von mehr als 10.000 Stuttgart 21 –Gegnern vom Regierungspräsidium Stuttgart das sogenannte Raumordnungsverfahren positiv abgeschlossen.

2005 erteilte das Eisenbahn-Bundesamt auch gegen die Einwände / Klagen von betroffenen Bürgern und des BUND die Baugenehmigung. Auch das Verwaltungsgericht Baden Württembergs vertrat nicht die Rechte der Bürger, sondern stellte sich ebenfalls auf die Seite des Profits …

Auch eine Unterschriftenaktion im Dezember 2007 – an der sich fast 67.000 Bürger für einen Bürgerentscheid mit ihrer Unterschrift beteiligten – wurde im Gemeinderat der Landeshauptstadt mit großer Mehrheit abgelehnt und dies vom Verwaltungsgericht in Stuttgart bestätigt.

So viel also dazu, dass der Widerstand erst jetzt eingesetzt habe, da es angeblich zu spät sei. Dazu schreibt stern.de noch …

Zitat:

[…] Es gab also seit Beginn von Stuttgart 21 viele Probleme mit der Finanzierung, keine ernsthafte Prüfung von Alternativen, Zweifel an der Notwendigkeit des Projektes und Einwände tausender Bürger. Langsam, vielleicht zu spät, aber dennoch stetig, stieg mit dem nahenden Baubeginn auch der laute, auf den Straßen sichtbare Protest an. Seit November 2009 beteiligen sich wöchentlich mehrere tausend Menschen an Montagsdemonstrationen und anderen Protestaktionen. Im sonst so beschaulichen Schwabenland kommt es zu kurzzeitigen Besetzungen von Baggern, Jugendliche ketten sich an Bäume, lokale Prominente fordern in einem „Stuttgarter Appell“ einen sofortigen Baustopp und einen Volksentscheid. […]

Außerdem empfinde ich es als einen Betrug, wenn eine Frau Merkel von der Wahl im März 2011 als Volksentscheidung spricht, gleichzeitig aber der Abriss des Nordflügels des Denkmalgeschützten jetzigen Bahnhofs beginnt und Teile des alten Baumbestandes im Stuttgarter Schlosspark gefällt werden. Auf diese Art und Weise will man wohl die Stuttgarter Bevölkerung  vor vollendete Tatsachen stellen und ihnen weismachen, dass eine Wiederherstellung des „Ur-Zustandes“ enorme Kosten mit sich bringen würde…? Aber ich denke einmal, dass diese Kosten auf jeden Fall geringer ausfallen würden, als der „Neu-/Umbau“ des jetzigen. Womit ich beim zweiten Teil meiner Ausführung angelangt wäre … 😉

Im November 1995 unterzeichneten die Bahn, der Bund, das Land Ba/Wü und Stuttgart eine Rahmenvereinbarung zur Umsetzung des Umbaus. Die darin veranschlagten Kosten: fünf Milliarden DM, also ca. 2,5 Milliarden Euro. Etwa 2006 wird von der Bahn zugegeben, dass die Baukosten wahrscheinlich um eine Milliarde teurer werden „könnten“. Stern.de weiß darüber zu berichten …

Zitat:

[…] Bahn und Bund verlangen vor allem von der Stadt Stuttgart eine höhere finanzielle Beteiligung an den Mehrkosten. Im Juli 2007 einigen sich die Beteiligten schließlich bei einem Spitzentreffen im Bundesverkehrsministerium. Baden-Württemberg zahlt demnach mit knapp einer Milliarde Euro mehr als ursprünglich geplant und finanziert zudem den Bundesanteil vor, der erst ab 2016 zur Verfügung steht. […]

2009 „präsentiert“ Bahnchef Grube dem Aufsichtsrat eine neue Rechnung … 4,1 Milliarden Euro!!! Trotzdem werden die Mehrkosten sowohl vom Gremium, wie auch vom Verkehrsausschuss des Bundestages abgesegnet.

Nachdem im Februar 2010 die Arbeiten am Stuttgarter Bahnhof begonnen hatten, dauerte es nur noch kurze Zeit – nämlich bis Juli – dass Herr Grube nochmals mit neuen „Horrorzahlen“ ankam… Dieses Mal war es die geplante Hochgeschwindigkeitsbahn, deren  geplante Kosten von 865 Millionen Euro auf 2,9 Milliarden Euro gestiegen sind.

In einem Gutachten für das Umweltbundesamt heißt es, dass insgesamt mit bis zu elf Milliarden Euro zu rechnen sei. Außerdem müsse mit erheblichen Verkehrsproblemen gerechnet werden.

*****

Bereits am 26. August diesen Jahres titelte der Stern einen Artikel Stuttgart 21 – Architekt fordert den sofortigen Baustopp. Darin erklärt einer der „Väter“ des Projektes-  Frei Otto – dass er jetzt „laut“ werden müsse …

Zitat

„Aus moralischer Verantwortung heraus kann ich nicht anders handeln“.

Herr Frei Otto nennt mehrere Gefahren bei der Verwirklichung der jetzigen Planung: darunter, dass der Bahnhof überschwemmt werden, oder aber, wie „ein U-Boot aus dem Meer aufsteigen könnte“… Eine wirklich sehr vertrauenerweckende Einschätzung, nicht wahr?

Zitat aus dem genannten Artikel:

[…] Ein geologisches Gutachten für die Deutsche Bahn von 2003, das bisher nur ein kleiner Personenkreis kannte, nicht aber Abgeordnete oder gar Stuttgarts Öffentlichkeit, bestätigt Frei Ottos Bedenken.[…]

Zitat Frei Otto:

[…] „Mit dem Wissen von heute“, so Otto zum Stern, „kann ich dieses Projekt nicht mehr verantworten. Ich würde auch nicht mehr in die Tiefe gehen, das wollte ich sowieso nie, das wollte der Auftraggeber“. […]

Auch der Tübinger Geologe Jakob Sierig äußerte sich in einem Gutachten dazu negativ …

Zitat:

[…] „Bei Stuttgart 21 geht es nicht um mögliche Risse in Häusern, es geht um mögliche Krater, in denen Häuser verschwinden können. Es geht um Menschenleben.“[…]

Obwohl diese Tatsachen der Bahn und bestimmt auch den daran beteiligten Polit-Cliquen bekannt sind / sein dürften, halten diese in ihrer Profilierungssucht, dem Größenwahn und Geldgeilheit an diesem Wahnsinn fest. Was zählen schon Menschenleben – Hauptsache die Kasse stimmt! Und dass DIE daran nicht schlecht verdienen werden, dürfte allen klar sein, die mit gesunden Menschenverstand ausgestattet sind.

Weiter aufklärende Artikel:

07. Juli – Studie zweifelt Stuttgart 21 an

Leseprobe:

[…]Die knapp 60-seitige Studie wurde vor zwei Jahren vom baden-württembergischen Innenministerium in PRAuftrag gegeben – und ist seitdem unter Verschluss,[…]

[…] Fast verzweifelt fragen die Gutachter in der Studie ihren Auftraggeber: „Letztes Wort bezüglich Infrastruktur-Dimensionierung gesprochen? Letztes Wort bezüglich Konzeption S-Bahn gesprochen?“ […]

„Recht zum Widerstand gegen Stuttgart 21“

Solidaritätsschreiben der Transnet-Vertrauenspersonen im KundenServiceZentrum der DB Schenker AG in Duisburg

Nun machen Sie sich bitte Ihre eigenen Gedanken darüber, ob Sie dem, was Ihnen von den meisten Medien über den Widerstand der Stuttgarter Bevölkerung gegen S 21 angeboten wird, Glauben schenken, oder denen zuhören wollen, die sich wirklich schon seit Beginn gegen diesen Irrsinn zur Wehr setzen. Denn – das steht inzwischen fest – es lag nicht am „fehlenden Widerstand“, sondern daran, dass die MSM diesen ganz einfach nicht für „erwähnenswert“ – weil der Sache nicht dienlich – hielten.

*****

Aber es sind natürlich nicht nur die – ohnehin nur in vorauseilendem Gehorsam berichtenden – MSM, die Fakten verschleiern und „öffentlichkeitswirksam aufbereiten“, um die Öffentlichkeit zum Narren zu halten und das Prestige-Objekt durchzuboxen, von dem man bekanntlich annehmen muss, dass es vorrangig dem Zweck dient, die Bahn für die angestrebte Privatisierung attraktiver zu machen. Dazu muss und möchte ich heute nicht mehr viel schreiben, da mein Freund und Kollege Moltaweto am 4. September eine Empfehlung veröffentlicht hatte (Stuttgart 21 – Demokratisch legitimiert? von Jens Loewe). Am Ende des Beitrags wird eine 12-seitige PDF-Datei mit einer detaillierten Darlegung zur genannten Frage angeboten.

Was alleine durch die wenigen verlinkten Beispiele erkennbar wird, ist für den normalen und gesunden Menschenverstand zwar fraglos das krasse Gegenteil von „Demokratie“. Aber wenn man hinter die immer brüchiger werdende Fassade dieses westlichen Mummenschanzes schaut, muss man zwangsläufig begreifen, dass es für die beteiligten Verantwortungsträger, Lobbyisten und diversen Nutznießer / Mitläufer offenbar das ganz normale Alltagsgeschäft repräsentiert. Ob das durch die Benennung eines Heiner Geißlers zum „Schlichter“ im Sinne von Wahrheit und Gerechtigkeit abgestellt werden kann, muss man meiner Meinung nach leider bezweifeln … egal, wie vollmundig er sich der Sache annehmen zu wollen scheint.

*****

Heute erreichte mich dann noch eine Information, die ein Thema zum Inhalt hatte, das sicher auch nicht mehr taufrisch ist, sich aber als sachbezogener Abschluss meines Artikels doch sehr gut eignet.

Wo es um „Prestige und Profit“, aber auch um die Verteilung von Türen öffnender Pseudomacht (auch bekannt unter „Vitamin B“ wie Beziehungen) geht, sind heutzutage ambitionierte PR-Agenturen („Denkfabriken für Politikmarketing“) nicht wegzudenken. – Man kennt das ja aus den unterschiedlichsten Bereichen und weiß, dass so was nicht nur in regionalen, sondern auch in internationalen Fällen, in denen es darum geht, eine Übermacht der Öffentlichkeit für die „richtigen Interessen“ zu generieren, gang und gäbe ist.

Eine interessante Adresse und Personalie in Verbindung mit dem Projekt Stuttgart 21 ist das „Begegnungs-Marketing-Unternehmen“ sitibi Kommunikation und dessen Inhaber Christian Licht, der sich auch noch mit zwei weiteren Seiten im großen Stil für das Großprojekt stark macht. Zum einen ist er Mitinitiator der Aktion Laufen für Stuttgart, zum anderen betreibt er (unter dem Namen seiner Firma!) die Seite Wir sind Stuttgart 21.

Herr Licht, seine Firma und auch die genannte Aktion/Webseite wurden gestern genau wie die führenden Aktivisten auf Seiten der Projektgegner in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung in Verbindung mit dem Begriff „Astroturfing“ behandelt. Der 2-seitige Titel des Artikels von Lena Jakat lautet dementsprechend: Astroturfing“ Geheimkampf um Botschaften im Netz. – Mehr als den Tipp, sich mit dieser Information mal auseinanderzusetzen, möchte ich nicht dazu anmerken – außer abschließend noch eine Art Anschauungsbeispiel, wie so etwas in einem Forum oder Blog aussehen kann, dessen Betreiber als Kritiker des Projekts auftritt. Zu bewundern ist das Beispiel im Kommentarbereich des Artikels Stuttgart 21 – Abgesang für eine lange entlarvte Pseudodemokratie von Moltaweto. Man achte auf den „Umgangston“ der Userin „Patrizia“ und auf deren Argumente, die durch alle hierin verlinkten externen Informationen vollständig widerlegt werden. Ziemlich offensichtlich und bezeichnend, meinen Sie nicht auch?

Nun gut … so viel zu meiner Zusammenfassung, die voraussichtlich (eine Garantie kann nicht eingeräumt werden!) auch mein Schlussartikel zu diesem Thema sein wird.

Mein Herz schlägt jedenfalls für die Stuttgarter Bevölkerung und ich hoffe immer noch – wie ich es schon einmal erwähnt habe – dass die für den Bau zuständigen Personen und Institutionen doch noch ihren Verstand einschalten und dieses Vorhaben noch rechtzeitig und endgültig stoppen!

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15 Antworten zu Stuttgart 21 – der unterschlagene Widerstand und jede Menge Desinformation

  1. Wanderer schreibt:

    Es ist wirkich an der Zeit den Laden „BRD“ zu entfilzen. Diesem pseudo-demokratischen Politkasperletheater gehört der Garaus gemacht. Und wenn wir schon mal dabei sind, können die Pressefuzzies gleich mit entsorgt werden.

    Mit S21 kam der Stein ins rollen. Hoffen wir, dass er noch möglichst lange rollt.

    Nieder mit der parlamentarischen Schein-Demokratie. Auf zu neuen Ufern!

    • josephine1001 schreibt:

      @ Wanderer

      Hallo
      und vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Ihrem ersten Satz kann ich nur meine Zustimmung geben – durch Deutschland muss ein frischer Wind fegen, der all diese „Verflechtungen“ zwischen Parteien, Konzernen und Medien lösen – und man dann den Grundstein für eine neue und aufrichtige Politik legen kann, eine Politik für Deutschland. So wie in den letzten Jahrzehnten kann es nicht weitergehen, dass Gesetze für Deutschland von Lobbyisten der verschiedensten Konzerne und Kartelle oder von der EU in Brüssel zu deren Vorteil gemacht werden.
      Ihnen allen aber gleich den „Garaus“ zu machen 😉 – nun, soweit würde ich nun doch nicht gehen. Ein Unrecht zieht nur das andere nach sich.
      In Stuttgart ist die Bevölkerung dabei, sich wieder in die Politik einbringen zu wollen und auch zu zeigen, dass es tatsächlich noch etwas wie „Volkes Stimme“ gibt. Dass dies nicht in die „politische Tagesordnung“ passt, kann man an den Reaktionen und vor allem an den Äußerungen der „politischen Größen“ nur zu leicht erkennen. Diese Aufbruchsstimmung müsste sich nun allerdings in allen Facetten des Unmutes der Bevölkerung zu einem geschlossenen Ganzen zusammenfügen. Es wird sich kaum etwas ändern lassen, wenn sich mal hier mal da ein Grüppchen zusammenfindet, um gegen dieses oder jenes zu demonstrieren. Wenn man etwas erreichen möchte, müssten – wie jetzt in Stuttgart alle „Schichten“ der Gesellschaft zusammenkommen – alle gemeinsam – Alte und Junge, Arbeiter und Arbeitslose usw. – eben all jene, die durch Politik, Wirtschaft und Interessen-/Lobbyverbände aufeinander gehetzt und „als Souverän“ gespalten werden. Die Menschen in Deutschland müssen endlich begreifen, dass wir eben nur gemeinsam etwas erreichen können!

      Liebe Grüße,
      Josephine

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  3. wilma schreibt:

    Also, was ich da lese, ist ja furchtbar. Wenn schon Architekt Hr. Frei Otto, wie ich lese, einer der Väter des Objektes, sich voll gegen S.21 stellt, von solchen enormen Gefahren spricht, dann verstehe ich die Welt nicht mehr, dass dieses Projekt durchgepeitscht werden soll. Dies finde ich „MENSCHENVERACHTEND“ Die Demokratie in Deutschland ist zur Dämagogie verkommen. Dass aus diesem Rechtstaat, der sich gerade in der Welt Respekt verschaffen hat, so etwas passiert, und die Bilder um die Welt gehen, finde ich äusserst traurig. Ganz sichtbar wurde dieser erworbene Respekt, bei den olymischen Spielen. Das deutsche Volk wurde als liebenswürdig, fröhlich, zuvorkommend und gastfreundlich beschrieben. Dies wurde in die Welt getragen. Die Menschen bekamen ein neues Bild von den „Deutschen“. Auch die Deutschlandfahne wurde nicht mehr ganz so verachtet, wenn sie im Ausland (Schweiz etc) aushing. Ich freute mich so, dass Deutschland nun die Hürde „fast“ endgültig geschafft hat, den Fluch auf Sie zu begraben. Die Welt gab UNS diese Chance und wir, das Volk haben sie genutzt.
    Und jetzt werden wir von unserer eigenen Regierung in einen kathastrophalen Zustand versetzt. Unter dem Motto, IHR, das Volk habt uns gewählt, und nun wird das gemacht, was wir für richtig finden, koste es was es wolle. Was für ein erbärmlicher Zustand! Wo bleibt da die Demokratie, wenn ein Volk mit dem nicht einverstanden ist, was da durchgezogen wird, und deshalb auf der Strasse ihren Unmut kund tut, dafür niedergeknüppelt wird, in was für einem Staate leben wir denn? Und wenn schon die „Älpler“ demonstrieren, und zwar durch alle, aber ALLE Schichten, dann riecht es nicht mehr gut in diesem Staate. Viele waren zuvor mit dem Vorhaben S21 nicht einverstanden, und dies auch nie waren ( siehe Kommentar).
    Ich hoffe nur, dass wir, das Volk die Nerven behalten.
    Es geht ja nicht nur um S21. Da gibt’s sovieles, was miserabel läuft in diesem Staate. Aber vielleicht ist doch was dran, mit der Dezimierung der Erdbevölkerung. Ich vermute, oder hoffe sehr, dass wir uns Völker diesmal zusammentun. Die Franzosen, sind da nicht mehr so abgeneigt. Die Milchbauern, haben’s schon ausprobiert und zwar sehr gut. Und was wäre, wenn die Polizei sich dem Volke anschliessen würde? Wieviele gibt es darunter, die lieber mit demonstrieren wollten?

    • josephine1001 schreibt:

      @ Wilma

      Hallo Wilma,

      auch Ihnen meinen Dank für Ihren Kommentarbeitrag.
      Auch ich verstehe nicht, dass man trotz dieser Aussage von jemandem der wohl etwas davon verstehen wird und auch anderer negativer Gutachten, so am Bau dieses Projektes festhält. Wenn man aber die Veröffentlichung http://stuttgart-21-kartell.org/page/3 gelesen hat, kann man sich seine eigenen Gedanken dazu machen. –
      In Deutschland stimmt schon lange nichts mehr… Die Politik ist kalt und selbstsüchtig geworden. Gesetze werden gemacht von Lobbyisten für Ihre Auftraggeber die Konzerne und im Bundestag nur noch abgenickt. Wir bekommen Gesetze aus Brüssel vorgesetzt, die von unserer Regierungsgilde ebenfalls nur noch abgenickt werden und wir haben uns daran zu halten. (Euro, Vertrag von Lissabon, Gen-Kartoffeln, alles gegen den Willen der Bevölkerung. Glühbirnen, Krümmung von Obst und Gemüse – welch ein Schwachsinn.)
      Selbst die von Ihnen so positiv bewertete Olympiade und das wieder gewonnene Ansehen der Deutschen, hatte einen „faden“ Beigeschmack, da die Ablenkung des Volkes, den Weg für weitere „unliebsame Gesetzesbeschlüsse“ frei und unbeschwerlich machte. Brot und Spiele … Deutschland ist schon lange kein „demokratisches“ Land mehr – wenn es denn einmal eines gewesen sein sollte.
      Wie es weiter gehen wird, dazu möchte ich keine Prognose abgeben – das wird uns die Zeit zeigen. Aber ich fürchte, dass wir nicht mehr allzu viel davon haben. In einem aber stimme ich Ihnen vollumfänglich zu: Ich hoffe nur, dass wir- das Volk – die Nerven behalten.

      Liebe Grüße,
      Josephine

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  5. politur schreibt:

    Mir machen im Zuge von S21 solche Artikel wie dieser Sorgen. Ich gehe genauer darauf ein:
    Wenn Politiker und deren Schergen der Lüge und Manipulation, der Verdrehung von Wahrheit und Unterdrückung von Tatsachen überführt werden können
    S21-Befürworter als Schergen zu beschimpfen und verunglimpfen, lässt leider wenig gesprächsbereitschaft erkennen und demokratische Umgangsformen vermissen. Diesen dann auch noch pauschal „Verdrehung der Wahrheit und Unterdrückung von Tatsachen“ vorzuwerfen bestätigt dies. Vor allem wenn man es im Nachgang selbst die Tatsachen und Wahrheit sehr tendenziell interpretiert…

    Politikern und deren Lakaien ständig gepredigt,…
    Weitere hasserfüllt Beschimpfungen der Bevölkerungsteile, die S21 befürworten.

    , dass der Widerstand gegen S 21 erst jetzt – mit dem Beginn der geplanten und teilweise auch schon erfolgten Rodung der über Hundert Jahre alten Bäume – begonnen habe.
    Wahr ist auf jeden Fall, dass er seit dem massiv zugenommen hat. Ich entsinne mich an eine Demo im Mai oder Juni am Stuttgarter Hbf, die aus rund hundert Menschen bestand. Das ist noch gar nicht so lange her.

    Tatsache aber ist, dass die Bevölkerung Stuttgarts schon seit Beginn der Planung gegen diesen Neu-/Umbau des Bahnhofes Maßnahmen ergriffen hatte, um eben genau diesen zu verhindern.
    Es ist immer jemand gegen irgendetwas. Das ist auch nicht relevant, sondern es in der Demokratie darum, wieviel gegen etwas sind und nicht ob überhaupt jemand gegen etwas ist.

    Wie der Stern heute berichtet, wurde 1997 gegen den Einspruch von mehr als 10.000 Stuttgart 21 –Gegnern vom Regierungspräsidium Stuttgart das sogenannte Raumordnungsverfahren positiv abgeschlossen.
    Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich Bürger in die Planung eines Großprojektes einbringen können. Das ist demokratisch und rechtsstaatlich. Jeder Einwand wurde geprüft und in der Planung berücksichtigt. Bei dem Bau einer Eisenbahntrasse dieser Größen ist mit solch einer Anzahl an Einwänden zu rechnen, denn keiner will in seinem Hintergarten auf einmal eine neue Bahntrasse haben. Persönliche Einwände müssen eben manchmal zugunsten des Allgemeininteresses zurückgestellt werden.
    Dem Regierungspräsidium nun ein völlig normales, demokratisch wichtiges und rechtsstaatlich korrektes Verfahren vorzuwerfen, ist schon sehr dreist.

    2005 erteilte das Eisenbahn-Bundesamt auch gegen die Einwände / Klagen von betroffenen Bürgern und des BUND die Baugenehmigung. Auch das Verwaltungsgericht Baden Württembergs vertrat nicht die Rechte der Bürger, sondern stellte sich ebenfalls auf die Seite des Profits …
    Hier hat das Eisenbahn-Bundesamt nach der Rechtslage gehandelt. Dem Verwaltungsgericht Bestechlichkeit („Seite des Profits“) vorzuwerfen, ist ein schwerer Vorwurf, den man besser begründen können sollte. Spiel bitte die Demokratie nicht gegen den Rechtsstaat aus!“

    • josephine1001 schreibt:

      @ Politur

      Auch Ihnen meinen Dank für Ihr Statement…
      Dass Ihnen Stuttgart 21-kritische Artikel Sorgen bereiten, kann ich zwar verstehen, aber ich möchte Ihnen doch ans Herz legen, diese auch richtig und auch die dazu verlinkten Seiten zu lesen. Sie unterstellen mir, dass ich alle Stuttgart 21-Befürworter als „Schergen“ beschimpft hätte. Dies ist keineswegs der Fall. Diejenigen die ich meine, sind die, die sich mit ihrer Zustimmung zu diesem – gutachtlich bewiesenen – wirklich gefährlichen und zudem ökologisch wie ökonomisch zumindest fragwürdigen Bau-Projekt, eine „goldene Nase“ verdienen wollen. Dabei habe ich absolut nichts dagegen einzuwenden, dass sie verdienen wollen, aber dass sie das auch auf die belegte Gefahr hin, dass dieses Projekt nach Fertigstellung Menschenleben kosten wird, dass auch hier der Profit noch mehr zählt, das verurteile ich.
      Ich möchte Ihnen hier nochmals ganz ausdrücklich ans Herz legen, meine – und auch die angegebenen verlinkten Artikel – genau zu lesen und dann auch noch verstehen zu wollen, was dort geschrieben steht.
      Wenn Sie dies getan haben, können wir gerne weiter diskutieren.
      Da Sie sich so für die „Demokratie“ einsetzen, möchte ich Ihnen auch noch dieses Video-Interview http://www.alpenparlament.tv/playlist/313-demokratie-oder-trugbild anbieten …

      Gruß,
      Josephine

      • politur schreibt:

        @Joesphine:

        Es tut mir leid, wenn ich Sie nicht richtig verstehen konnte. Ihre Defintion von Schergen und Lakaien war aus dem obiogen Artikeln nicht herauszulesen. Die beiden Begriffe waren mit einer Meinung nicht mit „goldenen Nase verdienen“ verbunden. Daher war davon auszugehen, dass Sie jeden meinen, der diesselbe Meinung wie die Politiker hat.

        Folgende Aussage kann ich leider bei Sichtung der mir bekannten Informatioen nicht bestätigen:

        Aber dass sie das auch auf die belegte Gefahr hin, dass dieses Projekt nach Fertigstellung Menschenleben kosten wird, dass auch hier der Profit noch mehr zählt…

        Den von Ihnen geposteten Link habe ich mir nur zu Beginn angesehen. Der Interviewer hat jedoch gleich zu Beginn den Inhalt vorweggenommen, den ich schon mehrfach hörte, aber nicht verstehen kann

        In Verbindung mit Thilo Sarrazin von beschränkter Meinungsfreiheit zu sprechen, ist für mich unverständlich: Er hat ein Buch veröffentlich, dessen Auszüge in den zwei Leitprintmedien (Spiegel, Bild) zu lesen war. Sein Buch und er haben in Deutschland eine Medienressonanz erhalten, wie kaum eine andere Person und ein anderes Buch. Das Buch wurde zum Bestseller. Er durfte zur besten Sendezeit über sein Buch und seine Thesen im Fernsehen reden. Ich würd mir den Bruchteil dieser Aufmerksamkeit für meine Meinung wünschen. Wo ist da die Meinungsfreiheit verletzt?
        Dass die SPD Thilo Sarrazin ausschließt, ist auch die Freiheit der SPD, die Sarrazins Thesen mit ihren Grundüberzeugungen unvereinbar sieht.

      • josephine1001 schreibt:

        @ politur

        Sie müssen sich nicht dafür entschuldigen, dass Sie –wie es scheint – der einzige von einigen hundert Lesern waren, dem sich der Zusammenhang nicht erschlossen hat.

        Folgende Aussage kann ich leider bei Sichtung der mir bekannten Informatioen nicht bestätigen:
        Aber dass sie das auch auf die belegte Gefahr hin, dass dieses Projekt nach Fertigstellung Menschenleben kosten wird, dass auch hier der Profit noch mehr zählt…

        Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, welche „Informationen“ Ihnen „bekannt“ sind. Aus dem von mir verlinkten Artikel geht jedenfalls eindeutig – aufgrund der geologischen Gutachten – hervor, dass eben nach Fertigstellung und in Betriebnahme, mit Überschwemmung/Überflutung der Tunnel zu rechnen ist. Dass dies nicht ohne Tote abgehen wird, ist vorauszusetzen. Aber ich kopiere Ihnen diesen Abschnitt den Sie anscheinend nicht gelesen haben, gerne noch einmal hier herein. Lesen Sie bitte den gesamten Artikel, denn dort wird auch die „Verschleierungstaktik“ der in den Bau involvierten Stellen – seit mindestens 2003 – ebenfalls zur Sprache gebracht.

        Der Stararchitekt Frei Otto, einer der Väter von Stuttgart 21, fordert einen Stopp des umstrittenen Bahn-Projektes. In der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern warnt Otto eindringlich davor, mit dem Bau des neuen Hauptbahnhofes zu beginnen. Man müsse jetzt „die Notbremse ziehen“, es gehe „um Leib und Leben“.

        Am Schluss desselben Artikels äußerte sich noch der Tübinger Geologe Jakob Sierig, ein Spezialist für Anhydrid- und gipsführende Erdschichten mit folgenden Worten:

        „Bei Stuttgart 21 geht es nicht um mögliche Risse in Häusern, es geht um mögliche Krater, in denen Häuser verschwinden können. Es geht um Menschenleben.“

        Zu Ihrem Kommentar „Thilo Sarrazin“ erspare ich mir weitere Ausführungen, da mein Kollege „Adalbert“ dazu schon alles Nennenswerte gesagt hat 😉 Außerdem erschließt sich mir der Zusammenhang mit meinem Artikel nicht „so recht“.

        Gruß,
        Josephine

    • Adalbert Naumann schreibt:

      Hallo „politur“,

      ich beginne mal am Ende Ihrer Gegenargumentation, da ich mir wahrhaftig die Zeit genommen habe, den von Ihnen verlinkten Eigenartikel zu lesen … nachdem ich es getan habe, machen Ihre obenstehenden Einlassungen zwar auch nicht mehr Sinn, aber es wird immerhin verständlich, warum Sie so und nicht anders argumentieren. Was Ihr eigenes Werk angeht, schließe ich mich weitestgehend dem einzigen Kommentator an, der darauf geantwortet hat, meine darüber hinausgehende Meinung werde ich in Verbindung mit meinem Statement zu Ihrer hiesigen Wortmeldung darstellen.

      „Mir machen im Zuge von S21 solche Artikel wie dieser Sorgen […] S21-Befürworter als Schergen zu beschimpfen und verunglimpfen, lässt leider wenig gesprächsbereitschaft erkennen und demokratische Umgangsformen vermissen. Diesen dann auch noch pauschal „Verdrehung der Wahrheit und Unterdrückung von Tatsachen“ vorzuwerfen bestätigt dies. Vor allem wenn man es im Nachgang selbst die Tatsachen und Wahrheit sehr tendenziell interpretiert…“

      … wie Josephine bereits geschrieben hat, sollten Sie auch ordentlich lesen, was Sie angreifen zu müssen / zu können glauben. Würden Sie das tun und sich hinterher immer noch „Sorgen machen“ müssen, dann sollten Sie hinsichtlich der Ursachenforschung bei der eigenen Meinung und der daraus hervorgehenden Weltanschauung beginnen (siehe unten). Denn tendenzielle Darstellung kann der Autorin kaum vorgeworfen werden, da sie sich – leider ganz im Gegensatz zu Ihren prokejtfreundlichen Argumenten – aufgrund von vorliegenden Informationen eine eigene Meinung bildet und nicht bloß eine projektfeindliche Propaganda widerkäut. Deshalb ist es auch eher gegenteilig entlarvend, wenn Sie noch einen draufsetzen und behaupten …

      „Weitere hasserfüllt Beschimpfungen der Bevölkerungsteile, die S21 befürworten“

      … nachdem Sie die „angegriffene Aussage“ auch noch zitieren und damit Ihre eigene Argumentation sehr fragwürdig erscheinen lassen. Wenn bspw. Sie sich von dem Begriff „Lakaien der Politiker“ angesprochen fühlen sollten, müssten Sie dann auch erklären, warum Sie sich diesen Schuh anziehen. Heißt es nicht, wie ich finde vollkommen zu Recht, dass „nur getroffene Hunde bellen“? (Das ist nur ein Sprichwort – also nicht als Affront gegen Sie gemeint, aber der Wahrheitsgehalt des Spruches liegt doch nun wahrlich auf der Hand.

      „Wahr ist auf jeden Fall, dass er seit dem massiv zugenommen hat. Ich entsinne mich an eine Demo im Mai oder Juni am Stuttgarter Hbf, die aus rund hundert Menschen bestand. Das ist noch gar nicht so lange her.“

      Das mag wahr sein, widerlegt aber keinesfalls die Argumentation des vorliegenden Artikels. Wenn man sowohl sorgfältig als auch beide Seiten einbeziehend recherchiert, wird man auf genügend plausible Erklärungen stoßen, die objektiv mit der Thematik umgehenden Menschen aufzeigen, dass gerade diese von Ihnen betonte „Wahrheit“ auf den (aus guten Gründen) erst sehr spät ans Tageslicht gekommenen Begleitumständen des „Verfahrens“ rund um die Planung und Genehmigung des Projekts basiert. Die deshalb absolut berechtigte Klarstellung der Autorin, dass in Wirklichkeit von Anfang an erheblicher Widerstand gegen das Projekt aufgekommen sei, tun Sie dann mit der lapidaren und zweifelsohne zu Ihrer Gesamtargumentation passenden Bemerkung ab:

      „Es ist immer jemand gegen irgendetwas. Das ist auch nicht relevant, sondern es in der Demokratie darum, wieviel gegen etwas sind und nicht ob überhaupt jemand gegen etwas ist.“

      … wobei Sie den Nachweis, dass tatsächlich eine Mehrheit der direkt betroffenen Menschen für das Projekt gestimmt hätte, wenn man Ihnen die Möglichkeit dazu geboten haben würde!, selbstredend schuldig bleiben. Wenn das Ihr Demokratieverständnis widerspiegelt, dann kann einen die Definition, welche Sie für eine „funktionierende Rechtsstaatlichkeit“ zum Besten geben, auch nicht mehr überraschen. Auch in einer parlamentarischen und somit repräsentativen Demokratie sollte (de facto: muss) bei der Entscheidung über massiv in das Leben und den Lebensraum der Menschen eingreifenden Projekte der „Arbeitgeber“ der Politiker = das Volk / der Souverän nicht nur Mitspracherecht besitzen, sondern auch fragwürdige Entscheidungen seiner „Vertreter“ ggf. rückgängig machen können. – Hier kommt dann jene in der Einleitung angeführte Feststellung bezüglich Ihrer Meinung zu diesem Thema zum Tragen, der sich auf Ihren verlinkten Beitrag von Ende August d. J. bezieht. (Warum dies beispielsweise beim „Ausstieg aus dem Atomausstieg“, dem bekanntlich auch „rechtsgültige Verträge“ zugrundelagen, dank einer schwarz-gelben Regierung aber problemlos möglich war und von Ihnen sicher nicht angezweifelt wird, müssten Sie in diesem Zusammenhang auch mal erläutern, wenn Sie wenigstens halbwegs glaubhaft erscheinen wollen.)

      „Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich Bürger in die Planung eines Großprojektes einbringen können [… den Rest Ihres Sermons erspare ich den Leser/innen und mir! …]

      Diese Ausführungen sind wirklich ein wunderbares Beispiel für die Denk- und Argumentationsweise, wie sie von Menschen wie Ihnen und anderen „Befürwortern“ vorgebracht werden, die zwar die immer wieder einseitig dargestellte „Schokoladenseite“ des angeblich „demokratisch legitimierten“ und „formaljuristisch unangreifbaren“ Entscheidungsprozess anstrahlen, aber alle nach und nach ausgegrabenen Fakten, die das krasse Gegenteil davon nicht nur vermuten lassen, sondern beweisen, unter den Teppich eines zwischen abstrus und diffus einzuordnenden Demokratieverständnisses kehren. Das nenne ich dann – Bezug nehmend auf eine Ihrer oben zitierten Aussagen – einen nachhaltig unter Beweis gestellten Mangel an objektiver und realitätsbezogener Gesprächsbereitschaft. – Die Frage, inwieweit Sie – als glühender Befürworter des Projekts – sich tatsächlich dem „Allgemeininteresse“ verpflichtet fühlen, wird durch die Ausblendung aller im Artikel angeführten und mittels Internetrecherche sogar noch ausbaubaren nachweislich überaus berechtigten Zweifel an der Durchfürbarkeit, Sicherheit und „Kosteneffizienz“ des Großprojekts eher in Frage gestellt als belegt.

      Um dann abschließend nochmals auf Ihre entweder naive oder – falls dem nicht so sein sollte – berechnende „Demokratie- und Rechtsstaats-Gläubigkeit“ zurückzukommen:

      „Dem Regierungspräsidium nun ein völlig normales, demokratisch wichtiges und rechtsstaatlich korrektes Verfahren vorzuwerfen, ist schon sehr dreist.“

      sowie …

      „Hier hat das Eisenbahn-Bundesamt nach der Rechtslage gehandelt. Dem Verwaltungsgericht Bestechlichkeit („Seite des Profits“) vorzuwerfen, ist ein schwerer Vorwurf, den man besser begründen können sollte.“

      … zeugt doch sehr eindeutig von Realitätsverweigerung oder wenigstens Realitätsblindheit. Ein Gericht (und noch viel weniger eine staatliche Behörde) muss in der BRD nicht bestochen werden, wenn man es dazu bewegen möchte, im Sinne des Kapitals und seiner politischen Marionetten zu entscheiden, da es hierzulande nachweislich keine Gewaltentrennung gibt = die Gerichte sind politisch bestellt und allein deshalb schon nicht unabhängig, woraus bei konsequenter Fortsetzung dieses Gedankengangs schlüssig hervorgeht, dass das Staats- und Gesellschaftssystem der BRD auch keine Demokratie im eigentlichen Sinne des Begriffs sein kann! – Was aber keineswegs per se ausschließt, dass auch Juristen für kleine Geschenke, die bekanntlich die Freundschaft erhalten, durchaus zugänglich sein könnten … das ergibt sich daraus, dass Juristen (Staatsanwälte und Richter) einerseits auch nur Menschen und andererseits, wie bereits betont und qua Nachforschung mühelos belegbar, in Ihrer Entscheidungs- und Urteilsfindung eben nicht unabhängig und frei sind.

      Gut, jetzt habe ich wieder einmal sehr viel Zeit und Energie in eine wahrscheinlich ungelesen oder zumindest unbeachtet verwehende Antwort investiert, aber ich hoffe doch, dass Sie wenigstens den eventuell mitlesenden Menschen dabei helfen kann, Schein von Wirklichkeit zu unterscheiden. Dass es noch ganz andere und elementarere Gründe dafür gibt, in Verbindung mit der Staatssimulation namens BRD nicht mehr an das Märchen von „Demokratie“ und „Rechtsstaatlichkeit“ zu glauben, soll hier zwar ganz kurz angemerkt, aber nicht weiter begründet werden. Darüber nachdenken oder vielleicht sogar selbst nachforschen sollte man aber schon!

      mfG

      • politur schreibt:

        Natürlich werden Antowrten gelesen. Sie hören leider gerade auf zu schreiben, als es anfängt interessant zu werden:

        Dass es noch ganz andere und elementarere Gründe dafür gibt, in Verbindung mit der Staatssimulation namens BRD nicht mehr an das Märchen von „Demokratie“ und „Rechtsstaatlichkeit“ zu glauben, soll hier zwar ganz kurz angemerkt, aber nicht weiter begründet werden.

        Mehrfach fragte ich mich in Ihrer Antwort, auf welcher Grundlage wir diskutieren. Mehrfach sprechen Sie mir ab, sich selbstständig Gedanken zu machen und werfen mir Verblendung vor. Sie packen dies wiederholt in umschweifende Satzkonstruktionen, was an deren Aussage nichts ändert. Warum antworten Sie mir, wenn Sie mich für einen nicht-denkenden Menschen halten?

        Man mag mit manchen Dingen in der BRD unzufrieden sein, doch wenn man liest, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nur Märchen für Sie sind, dann Frage ich mich, auf welcher Grundlage wir diskutieren. Wenn Sie die Rechtsstaatlichkeit keine erhaltenswertes oder erstrebenswertes Ideal ist, dann hilft mein Verweis auf eben jene natürlich wenig. Welche Ideale sollte denn Ihrer Meinung nach ein Staat haben?

      • Adalbert Naumann schreibt:

        „Mehrfach fragte ich mich in Ihrer Antwort, auf welcher Grundlage wir diskutieren“

        Das fragte ich mich beim Lesen Ihres Einstiegskommentars auch, weshalb leider eine etwas längere Antwort erforderlich war – der Grund dafür, dass ich Sie damit belästigt habe, ist der, dass Sie und Ihre Argumentationslinie mir auch schon auf einem anderen Blog aufgefallen waren, den ich regelmäßig frequentiere. Aber sei’s drum … nebenbei bemerkt, bin ich allerdings auch als Autor auf diesem Blog eingetragen, was mich zweifelsohne dazu berechtigen sollte, auf (sehr fragwürdige) Kritik am Beitrag meiner Kollegin und Freundin einzugehen, oder?

        Ihre Antworten an Josephine und meine Wenigkeit machen mir nunmehr aber umso eindeutiger klar, dass längeres Diskutieren nirgendwo hinführen kann. Die Zusammenhänge, die sie im nicht an mich gerichteten Kommentar zusammenzimmern, erschließen sich mir beim besten Willen nicht … und die an mich gerichtete Kritik mit angehängter Frage beweist überdies, dass Sie meinen vorausgegangenen Kommentar entweder nicht aufmerksam genug gelesen haben oder nicht verstanden haben / verstehen wollen.

        Um Sie nicht nochmals mit einem zu langen Text und „umschweifenden Satzkonstruktionen“ zu behelligen, mache ich das mal in aller gebotener Kürze klar:

        „Wenn Sie die Rechtsstaatlichkeit keine erhaltenswertes oder erstrebenswertes Ideal ist, dann hilft mein Verweis auf eben jene natürlich wenig“

        Da sie die Adjektive „erhaltenswert“ und „erstrebenswert“ in einem Atemzug gebrauchen, möchte ich dem entsprechend entgegenhalten, dass man in der BRD zwar nach reeller (grundgesetzkonformer) Rechtsstaatlichkeit streben, sie aber mitnichten „erhalten“ kann, da dies zwingend voraussetzen würde, dass Sie zunächst mal existieren müsste. Warum dies nicht der Fall ist – nicht sein kann! -, habe ich darzulegen versucht. – Ebenso, warum es mehr als nur weit hergeholt erscheinen sollte, in „unserem Land“ von einer – ebenfalls gemäß der Definition im Grundgesetz (das man als alleinigen Maßstab anerkennen kann und muss, um überhaupt eine Argumentationsgrundlage zu besitzen!) – funktionierenden „Demokratie“ zu reden.

        Solange Sie diese Aussagen meinerseits nicht mit ebenso nachvollziehbaren Fakten widerlegen können und gleichzeitig weiterhin auf Ihrer Argumentationsschiene beharren, kann man mit Fug und Recht davon sprechen, dass es für weitere Diskussionen keinerlei Grundlage gibt.

        Wie Sie eventuell erkennen werden, geht es also weniger um „strittige Staatsideale“ als vielmehr um einen realitätsbezogenen Umgang mit den von Ihnen ins Feld geführten Begriffen „Demokratie“ und „Rechtsstaatlichkeit“.

        Noch ein kleiner Zusatz bezüglich des nicht an mich gerichteten Kommentars:

        „In Verbindung mit Thilo Sarrazin von beschränkter Meinungsfreiheit zu sprechen, ist für mich unverständlich“

        Was bitte schön hat dieses Thema nun mit dem obenstehenden Artikel und der Argumentation der Autorin zu tun?

        mfG

  6. Jan schreibt:

    Liebe Josephine,

    ich danke Dir für die große Mühe diesen Artikel zu schreiben. Ich habe mir selbst sehr viele Informationen zu diesem kriminellen Projekt angesehen. Ich brauche mich selbst dazu nicht zu äußern, da unser Autor Adalbert hervorragend meine Ansichten mit geäußert hat. Dafür bin ich auch ihm sehr dankbar. Ich halte es deshalb auch für überflüssig eigenen Senf für den negativen Politurkommentar zu vergeuden.

    Die herzlichsten Höhlengrüsse aus dem Affentheater und einen ruhigen Wochenanfang

    Jan und dat Bärsche

  7. Franzi schreibt:

    Bei den Demonstrationen gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ geht es ja weniger darum, dass der neue Bahnhof nicht gebaut wird, sondern dass die Bürger ihr Mitspracherecht geltend machen können, es geht um die Stimme des Volkes und die blanke Durchsetzung der Demokratie.

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