Danke schön …

Wie es der Titel schon aussagt, möchte ich mich heute bei meinen treuen Leserinnen und Lesern für ihre Geduld bedanken.

Durch eine schwere Erkrankung in der Familie war es mir unmöglich mich auf etwas anderes – und schon gar nicht auf die doch sehr aufwändige Recherchearbeit für einen Artikel – zu konzentrieren.  Heute habe ich endlich die gute Nachricht erhalten, dass es wieder aufwärts geht… Deshalb habe ich mich dazu entschlossen eine kleine Geschichte der „heiter-besinnlichen Art“ zu veröffentlichen, damit Ihr Besuch auf meiner Seite nicht ganz so „verschwendete Zeit“ ist 😉 Die Geschichte hat den Titel Unbeliebtes Wunder und stammt aus der Feder von Wilhelm Busch.

In Tours, zu Bischof Martins Zeit,

Gab´s Krüppel viel und Bettelleut.

Darunter auch ein Ehepaar,

Was glücklich und zufrieden war.

Er, sonst gesund, war blind und stumm;

Sie sehend, aber lahm und krumm

An jedem Glied, bis auf die Zunge

Und eine unverletzte Lunge.

***

Das passte schön. Sie reitet ihn

Und, selbstverständlich, leitet ihn

Als ein geduldig Satteltier,

Sie obenauf, er unter ihr,

Ganz einfach mit geringer Müh.

Bloß durch die Worte Hott und Hüh,

Bald so, bald so, vor allen Dingen

Dahin, wo grad die Leute gingen.

***

Fast jeder, der´s noch nicht gesehn,

Bleibt unwillkürlich stille stehn,

Ruft:“Lieber Gott, was ist denn das?“

Greift in den Sack, gibt ihnen was

Und denkt noch lange gern und heiter

An dieses Ross und diesen Reiter.

***

So hätten denn gewiss die zwei

Durch fortgesetzte Bettelei,

Vereint in solcherlei Gestalt,

Auch ferner ihren Unterhalt,

Ja, ein Vermögen sich erworben.

Wär Bischof Martin nicht gestorben.

***

Als dieser nun gestorben war,

Legt man ihn auf die Totenbahr

Und tät ihn unter Weheklagen

Fein langsam nach dem Dome tragen

Zu seiner wohlverdienten Ruh.

***

Und sieh, ein Wunder trug sich zu.

Da, wo der Zug vorüberkam,

Wer irgend blind, wer irgend lahm,

Der fühlte sich sogleich genesen,

Als ob er niemals krank gewesen.

***

Oh, wie erschrak die lahme Frau!

Von weitem schon sah sie´s genau,

Weil sie hoch oben, wie gewohnt,

Auf des Gemahles Rücken thront.

„Lauf“, rief sie, „laufe schnell von hinnen,

Damit wir noch beizeiten entrinnen.“

Er läuft, stößt an einen Stein,

Er fällt und bricht beinah ein Bein.

***

Die Prozession ist auch schon da.

Sie zieht vorbei. Der Blinde sah,

Die Lahme, ebenfalls kuriert,

Kann gehen, als wie mit Öl geschmiert,

Und beide sind wie neu geboren

Und kratzen sich verdutzt die Ohren.

***

Jetzt fragt es sich: Was aber nun?

Wer leben will, der muss was tun.

Denn wer kein Geld sein eigen nennt

Und hat zum Betteln kein Talent

Und hält zum Stehlen sich zu fein

Und mag auch nicht im Kloster sein,

Der ist fürwahr nicht zu beneiden.

Das überlegten sich die beiden.

***

Sie, sehr begabt, wird eine fesche

Gesuchte Plätterin der Wäsche.

Er, mehr beschränkt, nahm eine Axt

Und spaltete Klötze, dass es knackst,

Von morgens früh bis in die Nacht.

Das hat St. Martin gut gemacht.

************

Ich hoffe, dass Ihnen diese kleine Geschichte ein bisserl Freude machen konnte und denke, dass ich bis zu Ihrem nächsten Besuch wieder einen informativen Artikel online stellen konnte.

Nochmals meinen Dank für Ihre Treue und Geduld …

Josephine

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, emotionales, persönliches abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Danke schön …

  1. janbln schreibt:

    Liebe Josephine,

    ja ein Busch holt auch mich immer wieder aus den Busch. Sehr schön, hab Dank dafür. Mein kleines Affenherz springt auch etwas höher das es Deinen Angehörigen besser geht.
    Von hier die besten Genesungswünsche und die herzlichsten Grüsse aus dem Theater wünscht

    Jan

    • josephine1001 schreibt:

      Hallo lieber Jan 😉

      anscheinend haben wir die gleiche Vorliebe für Wilhelm Busch :). Habe ihn auch schon als Kind sehr gerne gelesen und fand diese Geschichte der Situationn angemessen, da es mit meiner Mam wieder aufwärts geht. Ich danke Dir von Herzen für Deine Genesungswünsche, die ich natürlich weiterleiten ließ, da ich sie noch nicht telefonisch erreichen kann.
      Sei mir nicht böse – aber ich musste herzhaft lachen, als ich mir vorstellte, wie Du aus dem Busch springst … 😉 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Josephine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s