Deutschland – Irak – Iran

Du darfst hören

  jedoch mit Ohren, die ich betäube.

Du darfst hören,

jedoch das, was ich für  Dich bestimme und auswähle.

Du darfst sehen,

jedoch mit Augen, die ich beneble.

Du darfst sehen,

jedoch das, was ich für sinnvoll erachte.

Du darfst fühlen,

jedoch mit Sinnesorganen, die ich beeinflusse.

Du darfst fühlen,

jedoch nach meiner Anleitung.

Du darfst denken,

jedoch in den von mir vorgegebenen Kategorien.

Du darfst denken,

jedoch meine Logik anwendend.

Du darfst planen,

jedoch meinen Interessen entsprechend.

Du darfst planen,

jedoch nach meinen Vorgaben.

Du darfst handeln,

jedoch mich nicht gefährdend.

Du darfst handeln,

jedoch nach meiner Regie.

Du darfst eine Marionette bleiben,

jedoch mit der tiefen Überzeugung,

frei von Strippen zu sein.

**********************

Als ich mich heute Morgen daranmachte für einen neuen Artikel zu recherchieren (ich suchte nach einem iranischen Gedicht,  mit dem ich meinen Artikel einleiten wollte) stieß ich auf die Seite des aus dem Iran stammenden, deutschen Herzchirurgen Amir Mortasawi (alias Afsane Bahar) Aber als ich dann anfing zu lesen fand ich, was ich schreiben wollte – aber nicht so richtig den Anfang fand – nämlich folgendes, das mir aus dem Herzen geschrieben zu sein scheint …

… Was für ein verzerrtes, irreführendes, kümmerliches Bild würde entstehen, wenn man nur die „Mörder und Henker“ eines beliebigen Volkes vorstellen und seine „Dichter und Denker“ verschwiegen würde. Will man die zeitgenössische Geschichte Irans bearbeiten, so kommt man aufgrund vielseitiger Verquickungen unweigerlich zu einer Darstellung beider Seiten.

Was muss gemacht werden, um die Anstrengungen eines Volkes für Gerechtigkeit und Freiheit möglichst zu dämpfen und klein zu halten? Die eine Methode ist „Brot und Spiele“. Die andere Methode ist „Brotknappheit und Einschränkungen“. In beiden Fällen ist es wichtig, die Personen, die tatsächlich oder potentiell eine Gefahr für die weitere Existenz der Herrschenden darstellen, in Schach zu halten sowie diese psychisch oder physisch zu liquidieren. (1)

… Das Zauberwort heißt „Dämonisieren“ bzw. „Entmenschlichen“. So fängt jeder Krieg an, längst bevor die Waffen sprechen. In diesem Sinne ist der Krieg gegen den Iran voll im Gange. Die iranischen Demagogen und Hetzer an den Machthebeln sitzend tun auch ihr Bestes dazu, Futter für diese Propagandaschlacht zu liefern. Wenn Menschenleben nicht auf dem Plan stünde, könnte man sagen, es ist ein trauriges Spiel, was da getrieben wird. Da jedoch die Bevölkerung den Preis mit allen erdenklichen Mitteln zahlen wird, ist das Adjektiv makaber besser angebracht. (2)

Es ist eine heikle Situation, eine gefährliche Gratwanderung: wie soll ich die Gewaltherrschern in der Islamischen Republik Iran sachlich kritisieren und meine Mitmenschen dort in ihren Bemühungen für Freiheit, Gerechtigkeit und Vernunft unterstützen, ohne mich dabei mit den notorischen Scharfmachern und Handlangern des Großkapitals im „Westen“ gemein zu machen, die bewusst den Weg für eine militärische Aktion gegen den Iran oder für eine Zerstückelung meiner Heimat ebnen?

Wie soll ich das menschenverachtende Gedankengut der herrschenden Geistlichkeit im Iran veranschaulichen, ohne mich dabei im Lager der Kräfte wiederzufinden, die die  religiösen Differenzen verschiedener Volksgruppen ausnutzen, um Zwietracht und Gewalt  zu verbreiten und so ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen durchzusetzen?

Wie soll ich den deutschen Leser darauf aufmerksam machen, dass das hiesige gesellschaftliche System basierend auf der kapitalistischen Produktionsweise die Hauptursache der weltweiten kriegerischen Auseinandersetzungen ist, dass die Friedensbewegung nur Flickwerk betreibt, solange die grundlegenden Probleme nicht klar und ohne Umschweife genannt werden.

(c)Amir Mortasawi

http://friedenstreiberagentur.de/Downloadbereich/2010_bahar_verfallendes%20land.pdf

(1) http://friedenstreiberagentur.de/index.php?id=137,3010,0,0,1,0

(2) http://friedenstreiberagentur.de/index.php?id=137,2996,0,0,1,0

(3) http://friedenstreiberagentur.de/index.php?id=137,3219,0,0,1,0

Mein Kommentar dazu:

Schon als ich den ersten Absatz gelesen hatte, musste ich an Deutschland denken … die Parallelen zwischen den Staaten. Mindestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird Deutschland als die „kriegtreibendste Nation“ überhaupt dargestellt. Alle Welt scheint vergessen zu haben, dass Deutschland einmal als „das Land der Dichter und Denker“ bezeichnet wurde. Nach den beiden „verlorenen“ Weltkriegen wird das deutsche Volk am eigenständigen Denken gehindert. Fragen nach der „kriegerischen“ Vergangenheit zu stellen,  wird per Gesetz unter Strafe gestellt. Der Deutsche darf nicht selbst darüber nachdenken, wie es wirklich zu den Kriegen – unter denen das VOLK immer noch zu leiden und buckeln hat –  gekommen ist. Nein – wir müssen der Geschichtsschreibung der Alliierten glauben, auch wenn deren Darstellung mehr als nur einen „Klumpfuß“ hat.

Ich frage mich wie es sein kann, dass Deutschland noch immer unter Kriegsrecht (der Alliierten) stehen kann und trotzdem an Kriegen (Beispiel Afghanistan) teilnehmen „darf“. Oder sind unsere deutschen Soldaten nur das Kanonenfutter? Will man auf diese Weise das deutsche Volk „entMannen“? Oder wird in „weiser Voraussicht“ nur wieder an einem passenden Szenario für die irgendwann folgende „Schuldzuweisung“ gebastelt?                         Es herrscht auch in Deutschland immer noch Krieg – nur die Masse der Bevölkerung ist dem Wahnsinn aufgesessen, dass hier alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Jetzt aber ist der Iran dran dämonisiert zu werden, weil sich die iranische Regierung – so wie damals die Deutsche? und der Irak (was zu den Kriegen 1990/91 „Desert Storm“ und 2003 „Iraqi Freedom“ führte) – nicht mit Leib und Seele von den Kapitalisten verschlingen lassen will.

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